14. Oktober 2026
SPIEGEL-Korrespondentin Miriam Olbrisch

Ganz nah dran an den Mächtigen

Wie verhalten sich Politiker, wenn Kameras und Scheinwerfer ausgeschaltet sind? Miriam Olbrisch berichtet für den SPIEGEL über Nordrhein-Westfalen und bekommt dabei Einblicke hinter die Kulissen des politischen Geschehens. Für den journalistischen Nachwuchs hat sie einen klaren Rat: Ein gutes Netzwerk kann keine KI der Welt ersetzen.

Werksgelände: Was macht man eigentlich als NRW-Korrespondentin beim Spiegel?

Miriam Olbrisch: Aktuelle und hintergründige Berichterstattung aus Nordrhein-Westfalen mit einem Schwerpunkt auf Landespolitik. Wenn es irgendwo knallt, fahre ich da aber genauso hin. Ich berichte sowohl für den gedruckten Spiegel als auch für spiegel.de – und gelegentlich hört man mich auch in den hausinternen Podcasts.

Welche Erfahrungen oder Talente sollte man für den Job mitbringen?

Neugier. Lust auf politische Themen. Sichere „Schreibe“. Stressresistenz. Und ein Führerschein, idealerweise auch ein Auto, sind in einem so großen Bundesland leider auch wichtig.

Was reizt Dich an Deinem Beruf?

Ich bin ganz nah dran am politischen Geschehen und kann oft auch hinter die Kulissen schauen. Wie verhalten sich die Mächtigen, wenn die Kameras abgebaut und die Scheinwerfer ausgeschaltet sind? Als schreibende Journalistin kann ich mich manchmal nahezu unsichtbar machen – das empfinde ich als Vorteil.

Netzwerk is key! Wir Journalist:innen sind darauf angewiesen, Hinweise und Informationen zu bekommen, bevor sie publik werden.

- Miriam Olbrisch

Was sind die größten Herausforderungen in Deinem Job?

Zeitdruck. Gefühlt passieren immer viel zu viele Dinge gleichzeitig. Dann muss man hart priorisieren. Und manchmal entscheidet man sich leider auch falsch.

Was war Dein bisher größter Flop im Job, und was hast Du daraus gelernt?

2019 wurde der UniSPIEGEL eingestellt, nachdem ich die Redaktion 3 Jahre lang geleitet hatte. Der Stopp kam für mich unerwartet und hat mich hart getroffen. Draus gelernt habe ich: Verlagsstrategien können sich ändern. Die Verantwortlichen schauen in erster Linie auf die Zahlen: Rechnet sich ein Produkt – oder nicht? Über all die Liebe, die eine Redaktion in ein Heft steckt, sagt das nichts aus. Man darf solche Entscheidung nicht persönlich nehmen, was mir damals sehr, sehr schwer fiel.

Tipps

Miriams Tipps für den Nachwuchs

Netzwerk is key! Wir Journalist:innen sind darauf angewiesen, Hinweise und Informationen zu bekommen, bevor sie publik werden. Es ist wichtig, dafür die richtigen Menschen zu kennen und im Idealfall ein vertrauensvolles Verhältnis zu pflegen. Das kann keine KI der Welt!

Miriam Olbrisch

… arbeitet seit Mai 2011 beim SPIEGEL und berichtet seit 2021 aus Nordrhein-Westfalen.

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