16. Januar 2026
Onlinemarketing bei der Telekom

Sichtbar bleiben im KI-Zeitalter

Wie bleibt ein Unternehmen online sichtbar, wenn die Logik der Reichweitenoptimierung durch KI-Suchmaschinen verändert wird? Annalena Rauen ist für die Website des Internet of Things der Telekom zuständig. Im Zentrum ihrer Arbeit steht nicht nur die Content-Erstellung, sondern vor allem die gezielte Ansprache der richtigen Zielgruppe.

Werksgelände: Was macht man eigentlich als Managerin für Onlinemarketing bei der Telekom?

Annalena Rauen: Ich verantworte die Website für das Internet of Things-Portfolio – also das IoT-Portfolio – der Telekom im B2B Geschäft. Dazu gehört einerseits die Contentpflege, also die Aktualisierung der Inhalte, andererseits das Performance Reporting und die Optimierung der Website für mehr Traffic, was am Ende zu mehr Kontaktaufnahmen führen soll. Das mache ich natürlich nicht allein, sondern leite ein kleines Team. Gemeinsam stimmen wir unsere Aktivitäten so aufeinander ab, dass uns unsere Zielgruppe auf Google und in KI gut findet und auf unserer Website zu einem Lead wird, indem er eine Kontaktanfrage stellt. Unser Ziel ist es, dem Vertrieb neue Kundenkontakte zu liefern.

Welche Erfahrungen oder Talente sollte man für den Job mitbringen?

Das Onlinegeschäft ist sehr schnelllebig. Man sollte also neugierig sein, interessiert an neuen Technologien und selbstständig lernen wollen. Es ist wichtig, die aktuellen Entwicklungen von Google und gängigen KI-Systemen im Blick zu behalten und Rückschlüsse für seine tägliche Arbeit ableiten zu können. Außerdem sollte man analytisches Verständnis mitbringen, um die zahlreichen Userdaten interpretieren zu können.

Oft herrscht der Eindruck, dass Marketing nur aus bunten Bildchen und Insta-Fotos besteht. Insbesondere im Onlinemarketing ist das aber nicht so.

- Annalena Rauen

Was reizt Dich an Deinem Beruf?

Man kann jede Fragestellung mit Userdata validieren und auf dieser Grundlage eine Entscheidung treffen. Gleichzeitig ist es aber trotz der vielen Zahlen nicht trocken und langweilig. Gute Kampagnenideen werden auch gebraucht und da findet dann auch ein kreatives Brainstorming statt. Es ist also ein guter Mix.

Was sind die größten Herausforderungen in Deinem Job?

Alle Stakeholder an Board zu holen. Gerade in großen Unternehmen ist es wichtig, die relevanten Personen auf seiner Seite zu haben. Das ist meistens der Fall, wenn man mit dem Ziel und wie etwas darauf einzahlt überzeugen kann. Ansonsten läuft man Gefahr, dass Teilprojekte keine Priorität haben und deshalb nicht fertig werden oder bestimmte Perspektiven (im schlechtesten Fall von Kundengruppen) vergessen werden.

Was war Dein bisher größter Flop im Job, und was hast Du daraus gelernt?

Wenn etwas schief geht, stelle sicher, dass es nicht nochmal passiert. In meinem Fall war das eine neue Kampagnenart, die Google in höchsten Tönen anpries. Ich habe die Entscheidung getroffen einen Teil unseres Budgets zu investieren und es ist gnadenlos nach hinten losgegangen. Erst habe ich das nicht an die große Glocke gehangen, aber mit der Zeit sprachen mich Nachbarabteilungen auf diese Kampagnenart an. Ich habe meine Erfahrung mit dieser Kampagnenart geteilt und daraus konnten dann auch andere Abteilungen etwas lernen und nicht in die gleiche Falle tappen.

Tipps

Annalenas Tipps für den Nachwuchs

Ich erlebe oft, dass Nachwuchskräfte zurückhaltend sind, weil sie nichts falsch machen wollen. Auch wenn man fachlich noch nicht im Detail mitreden kann, kann man Fragen stellen. Nicht nur der eigenen Abteilung, sondern jedem. Die Kommunikation zu Stakeholdern ist sehr wichtig. Das geht am besten, wenn man ihre Sichtweisen kennt und versteht. Also eine einfache Frage nach den Regelaufgaben des Kollegen stellen oder was es bedeutet für Thema xy zuständig zu sein, zeigt Interesse und fördert die Zusammenarbeit.

Annalena Rauen

… arbeitet im Bereich „Internet of Things“ der Deutschen Telekom und ist dort für die Webseite verantwortlich.

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