07. November 2025
Sportschau-Programmleiter Sebastian Göllner

Die Sportschau im digitalen Wandel

Wie führt man eine TV-Traditionsmarke in die digitale Zukunft? Dr. Sebastian Göllner, Programmleiter von WDR-Sport und der Sportschau, spricht über Innovationsstrategien, mit denen sich erfolgreiche TV-Formate auch online etablieren lassen – und verrät, was sein bisher größter Flop im Job war.

Werksgelände: Was macht man eigentlich als Programmleiter bei der Sportschau?

Sebastian Göllner: Die Sportschau hat neben den Fernsehsendungen Angebote auf insgesamt 16 Ausspielwegen, darunter unter anderem die Webseite, eine eigene App, zahlreiche Social Media-Kanäle, Hörfunk-Sendungen, Audio-Livestreams bis hin zu Digital-Out-of-Home-Angeboten. Das alles wird auf dem Sportcampus beim WDR in Köln redaktionell betreut und produziert. Die Programmleitung, ich bin eine von vier Führungskräften in diesem Team, ist für all diese Angebote zuständig. Das heißt wir sind viel mit Strategie, Etatfragen, Personalführung beschäftigt. Der Job ist an der Schnittstelle zwischen Redaktionsleitung und Management.

Welche Erfahrungen oder Talente sollte man für den Job mitbringen?

Die vier Personen in unserem Leitungsteam bringen unterschiedliche langjährige beruflich Erfahrungen in der redaktionellen Arbeit mit, also in TV, Audio, Onlinejournalismus, Social Media und Formatentwicklung. Strategisches Denken ist wichtig, ein guter Überblick über den Markt und natürlich Führungserfahrung sowie Veränderungsbereitschaft.

Wir machen Programm für viele Millionen Menschen und es ist eine Freude, wenn das auch so gut angenommen wird.

- Sebastian Göllner

Was reizt Dich an Deinem Beruf?

Es ist sehr, sehr abwechslungsreich, man ist mit vielen unterschiedlichen Themen beschäftigt. Wir machen Programm für viele Millionen Menschen und es ist eine Freude, wenn das auch so gut angenommen wird. Persönlich sehe ich auch die Transformation in Richtung digitale Angebote als schöne Herausforderung.

Was sind die größten Herausforderungen in Deinem Job?

Auf der persönlichen Ebene: viele Termine jeden Tag, man muss bei etlichen Themen immer auf der Höhe sein. Dafür braucht man Disziplin und eine gute eigene Organisation. Ich empfinde es als ein großes Privileg, im öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu arbeiten, aber manchmal kostet die Abstimmung in der ARD viel Zeit und Energie, wenn man in einem so großen Mediensystem auch etwas Richtung digitale Produkte verändern will.

Was war Dein bisher größter Flop im Job, und was hast Du daraus gelernt?

Wir haben für die Sportschau in den 2010er Jahren eine eigene Quiz-App mit Sportfragen entwickelt. Das war nicht so erfolgreich, wie wir gedacht hatten. Im Rückblick würde ich sagen, dass wir viel zu wenig über Distribution und Marketing – paid und redaktionell – nachgedacht haben. Das würden wir heute ganz anders angehen.

Tipps

Sebastians Tipps für den Nachwuchs

Möglichst viel Praxiserfahrung sammeln und dabei gerne unterschiedliche Dinge ausprobieren. Und dabei besonders darauf achten, wo man mit dem Herzen am meisten dabei ist.

Sebastian Göllner

… ist Programmleiter von WDR-Sport & Sportschau.

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